“Wir haben uns eine sehr gute Basis erarbeitet”


Nachdem in diesem Sommer das Projekt Frauenfußball in Zusammenarbeit mit dem SV Göttelborn gestartet ist und sich die beiden Frauenmannschaften nun in der Winterpause befinden, haben wir mit Kai Klankert, dem Trainer der FrauenElv und Leiter des Frauenfußball-Projektes der SV Elversberg, unter anderem über den bisherigen Saisonverlauf und die häufigen Spielabsagen gesprochen.

Kai, wie fällt dein Fazit nach einem halben Jahr Frauenfußball bei der SV Elversberg aus?

Sehr positiv. Die Kooperation mit dem SV Göttelborn läuft hervorragend. Beide Vereine arbeiten zielstrebig und vertrauensvoll miteinander. Das ist auch ein wesentlicher Grund, warum es in unseren beiden aktiven Mannschaften sportlich so gut läuft. Wir sind bei unserer Zielsetzung voll im Plan.

Kai InterviewBeide Mannschaften haben in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren und liegen in ihren Spielklassen auf Meisterschafts-Kurs. Eine perfekte Bilanz kurz vor Weihnachten?

Natürlich sind wir mit den Ergebnissen im bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Aber beide Mannschaften sind auch mit hohen Ambitionen gestartet. Letztlich haben wir unsere Erwartungshaltung mit unseren Leistungen auf dem Platz bestätigt und unsere Pflicht erfüllt.

Wie beurteilst du die Entwicklung deiner Mannschaft in den letzten Monaten?

Wenn eine Mannschaft ganz neu zusammenkommt, ist es klar, dass es ein wenig Zeit braucht, bis Abläufe eingespielt sind. Wir haben uns praktisch von Woche zu Woche weiterentwickelt. Die Philosophie, mit der wir auf den Platz gehen wollen, haben die Spielerinnen inzwischen verinnerlicht. Wir haben uns eine sehr gute Basis erarbeitet, auf der wir nun aufbauen können.

 

Welche Zielsetzung verfolgst du mit der ersten Mannschaft im weiteren Saisonverlauf?

Der Aufstieg in die Regionalliga Südwest hat oberste Priorität. Den wollen wir so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen. Wir haben noch sieben Ligaspiele, die wollen wir natürlich gewinnen. Im Saarlandpokal stehen wir im Viertelfinale. Hier wollen wir das Finale erreichen und um den Titel spielen. Aber wir wissen auch, dass mit dem Regionalligisten FC Riegelsberg ab dem Viertelfinale eine Mannschaft hinzukommt, die sehr erfahren ist und den Pokal in den letzten Jahren immer gewonnen hat.

In den letzten Wochen sind drei eurer Spiele, zwei in der Liga, eins im Pokal, ausgefallen, weil die Gegner nicht angetreten sind. Wie stehst du dazu?

Spielausfälle im saarländischen Frauenfußball sind kein neues Phänomen. Im Saarlandpokal sind in dieser Saison schon elf Spiele abgesetzt worden, darunter nur eines von uns. Viele Vereine sind personell nicht so aufgestellt wie bei den Männern, dass sie verletzungs- oder krankheitsbedingte Ausfälle problemlos kompensieren können. Man sollte da auch nicht voreilig ein pauschales Urteil fällen, weil viele Vereine mit einem enormen Einsatz den Spielbetrieb und damit den saarländischen Frauenfußball am Leben halten.

Denkst du nicht, dass manch eine Absage nur erfolgt, weil der Gegner keine hohe Niederlage einstecken will?

Grundsätzlich muss jeder Verein für sich selbst beantworten, für welche Werte er steht. Die FSG Schmelz-Limbach, gegen die wir bereits zweimal gespielt haben, ist da ein positives Beispiel. In der Hinrunde hatten die das Pech, dass wir gleich am ersten Spieltag aufeinander getroffen sind und deren Frauen sicherlich nicht so recht wussten, was sie erwartet. Dann hatte sich im Laufe der zweiten Halbzeit auch noch die Torhüterin, die ein gutes Spiel gemacht hatte, verletzt. Und so ist das Ergebnis mit 15:0 doch sehr deutlich geworden. Zum Rückspiel ist Schmelz-Limbach angetreten und hat sich ein klares Ziel gesteckt. Jede Spielerin hat gekämpft und alles versucht, um die Niederlage in Grenzen zu halten. Und am Ende hat die FSG ihr Ziel erreicht und sich von den Zuschauern, es war auch noch Kirmes im Ort, trotz eines 0:8 feiern lassen. Und zwar zurecht: Die haben Charakter und Teamgeist gezeigt, das war sehr beeindruckend. Und so waren nach dem Spiel beide Mannschaften zufrieden.

Ihr habt in den Verbandsliga-Spielen bislang ein Gegentor kassiert. Wie kam es dazu?

Das war im Spiel beim SC Falscheid, das wir 4:1 gewonnen haben. Nach einem Fehler im Spielaufbau hatte Falscheid die Möglichkeit zu einem Konter und hat das sehr gut zu Ende gespielt. Das war aber auch der verdiente Lohn für eine sehr gute Mannschaftsleistung. Falscheid hatte uns an dem Tag das Leben wirklich sehr schwer gemacht.

Das hat auch der SV Dirmingen im Pokal geschafft. Die Ligaspiele habt ihr 7:0 und 3:0 gewonnen, im Pokal stand es nach 90 Minuten 2:2.

Wir hatten bis 15 Minuten vor dem Ende 2:0 geführt. Dirmingen hatte einerseits das Glück, dass wir eine Vielzahl von Torchancen nicht genutzt hatten, um das Spiel zu entscheiden. Anderseits war Dirmingen dann bei zwei Chancen in der Schlussphase gnadenlos effektiv und hat sich das Unentschieden so auch absolut verdient. In der Verlängerung konnten wir uns dann nochmals steigern und haben nicht unverdient 4:2 gewonnen, aber Dirmingen hat uns, wie auch in den Ligaspielen, richtig gefordert.

Jetzt steht die Hallensaison an, mit welchen Zielen tretet ihr da an?

Mit der ersten Mannschaft werden wir keine Hallenturniere bestreiten. Die Spielerinnen hatten eine enorm hohe Belastung in der ersten Saisonhälfte, weil wir zu den Pflichtspielen noch sehr viele Testspiele bestritten haben, um die Mannschaft weiterzuentwickeln, was auch sehr gut funktioniert hat. Die Winterpause nutzen wir nun zur Regeneration und einem gezielten Aufbau. An der Hallenrunde wird für unsere zweite FrauenElv teilnehmen – mit dem Ziel, sich für das Masters-Finale am 17. Februar zu qualifizieren.

Du hast das Saisonziel Regionalliga-Aufstieg bereits angesprochen, vielleicht schon mal ein Ausblick darauf, was können wir von der FrauenElv da erwarten?

Grundsätzlich verfolgen wir sehr ambitionierte Ziele, das haben wir auch offen kommuniziert. Aktuell arbeiten wir in ganz vielen Bereichen an der Weiterentwicklung unseres Projektes. Die Kaderplanung steht im Fokus, die Gründung unserer MädchenElv, mehrere für uns sehr wichtige Kooperationen und natürlich nach der Winterpause die tägliche Arbeit mit den Spielerinnen. Wir konzentrieren uns voll darauf. Alles andere hat noch Zeit.