„Wir müssen und werden dieses Spiel einfach gewinnen“


Seit 2013 ist Sascha Purket als Torwart-Trainer der ersten Mannschaft bei der SV Elversberg. Der beliebte und sympathische Pfälzer ist aber auch in Neunkirchen mehr als nur bekannt – schließlich hat er in seiner aktiven Karriere 15 Jahre bei der Borussia verbracht. Logisch, dass das Saarlandpokal-Halbfinale in Neunkirchen am Mittwoch um 15.00 Uhr eine besondere Bedeutung für ihn hat. Im Interview spricht der ehemalige Torwart über seine Zeit zwischen den Pfosten, seine besonderen Momente in Neunkirchen und seine Erwartungen an das Pokalspiel im Ellenfeldstadion.

A48H2045Sascha, du hast von 1992 bis 2007 für Borussia Neunkirchen im Tor gestanden – eine enorm lange Zeit. Wie viele Erinnerungen verbindest du mit dem Verein, aber auch mit dem Ellenfeldstadion?

Sascha Purket: Eine Statistik hat mal herausgefunden, dass ich 707 Spiele für die Borussen bestritten habe. Das ist natürlich schon eine stolze Zahl. Das Ellenfeldstadion ist mein gefühltes sportliches Wohnzimmer. Die Borussia bleibt natürlich immer etwas Großes, und es ist, glaube ich, sogar erst das zweite Mal, dass ich als Gegner auf die Borussia treffe. Ich gehe davon aus, dass am Mittwoch endlich mal wieder eine schöne Kulisse im Ellenfeld herrschen wird. Ich freue mich einfach auf das Spiel, natürlich kommen da viele Erinnerungen und Emotionen hoch…

In den vergangenen Jahren ist der Verein leider in einen Negativ-Strudel hineingeraten und spielt mittlerweile in der Saarlandliga. Dennoch gibt es hier, wie du gesagt hast, viel Tradition und es ist ein Pokalspiel, das auf euch wartet. Wie geht das Ganze am Mittwoch aus?

Sascha Purket: Es ist das Halbfinale – wir wollen ins Endspiel. Wir wollen wieder in den DFB-Pokal rein und dann ist es normal, dass, wie man so schön sagt, Freundschaften ruhen. Auch wenn es für mich emotional etwas Besonderes ist, müssen und werden wir dieses Spiel einfach gewinnen. Ich bin jedenfalls felsenfest davon überzeugt, dass wir ins Endspiel kommen werden.

Du kennst jede Betonritze und jeden Grashalm im Ellenfeldstadion, das auch einen würdigen Rahmen für das diesjährige Halbfinale darstellt. Kitzelt es da in deinen Torwarthandschuhen?

Sascha Purket: Das Ellenfeld ist einfach Kult! Man spricht ja immer von Kult und Tradition, und das Ellenfeld ist dann einfach so ein Stadion, bei dem auch unsere Spieler sehen, was es neben unserem wunderbaren Stadion noch im Saarland gibt. Ich habe das Ellenfeldstadion immer mit vielen Zuschauern erlebt, weshalb es für mich einfach sehr viel Atmosphäre und Flair besitzt. Ich hoffe, dass am Mittwoch viele Zuschauer kommen werden.

Bei der Anzahl an Spielen hast du in Neunkirchen sicherlich viele besondere Momente erlebt. Welcher ist dir am meisten in Erinnerung geblieben?

Sascha Purket: Das DFB-Pokal Spiel gegen Bayern war absolut etwas Besonderes. Wenn da fast 30.000 Menschen um dich herum stehen, ist das schon ein absolutes Highlight. Als wir damals in der 3. Liga gespielt haben, waren wir ja alle keine Profis. Wir sind dann nach Bielefeld auf die Alm oder nach Essen an die Hafenstraße gefahren und haben auch hier Unvergessliches erlebt. Wir waren eine richtige Einheit. Bei Heimspielen in Neunkirchen haben wir teilweise auch auf unserem wunderschönen Rasen (lacht) richtig ambitionierte Teams geschlagen. Ich glaube, der Rasen ist auch seitdem immer noch derselbe. Es fehlen natürlich Kultfiguren, wie zum Beispiel der Borusse Leo oder Willi Ertz, die einfach jeder kannte. Leider muss man aber auch ehrlich sagen, dass um die Zeit des Bayern-Spiels dann auch die Probleme im Verein anfingen.

Durch deine lange Zeit in Neunkirchen hast du viele Menschen kennengelernt, leider aber auch verloren. Wie oft hat dein Telefon geklingelt, als das Los bekannt wurde, und wie viele Freunde haben sich für Mittwoch bei dir angekündigt?

Sascha Purket: Das ist schwer zu sagen, weil meine Zeit beziehungsweise Generation ja nun auch schon etwas her ist. Trotzdem sind einige da, die sagen: „Sasch, wir kommen nur wegen dir!“ Das freut mich auch und zeigt mir, dass ich immer ehrliche Arbeit abgeliefert habe, immer alles gegeben habe und auch in meinen sieben bis acht Jahren als Kapitän in Erinnerung geblieben bin. Viele Menschen beobachten auch meinen Weg in Elversberg oder winken mir im Stadion zu – ich finde das einfach schön!

Vielen Dank für das Interview Sascha und bis am Mittwoch im Ellenfeldstadion!